{"id":3332,"date":"2023-09-04T12:20:44","date_gmt":"2023-09-04T10:20:44","guid":{"rendered":"https:\/\/artphotonics.com\/?p=3332"},"modified":"2023-09-04T12:20:46","modified_gmt":"2023-09-04T10:20:46","slug":"gestalten-statt-verwalten-adlershof-journal-ueber-art-photonics","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artphotonics-stage.workonweb.de\/de\/gestalten-statt-verwalten-adlershof-journal-ueber-art-photonics\/","title":{"rendered":"\u201cGestalten statt verwalten\u201d \u2013 Adlershof Journal \u00fcber ART PHOTONICS"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der Campus Adlershof z\u00e4hlt zu den erfolgreichsten Technologieparks des Landes. Das hat Gr\u00fcnde. Allen voran findige Unternehmer mit Mut, hoher Motivation und Risikobereitschaft. Wir wollten wissen: Was treibt sie an? Welchen Zielen folgen sie? Wie ziehen sie ihre Mannschaft mit?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nie stehenbleiben, Technologie vorantreiben, vorne mitspielen. Das treibt Kurt Winter an. Winter ist seit April Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der IQ Wireless GmbH, die hochleistungsf\u00e4hige Funkl\u00f6sungen f\u00fcr die Luft- und Raumfahrt anbietet. Mit \u201eFireWatch\u201c hat die Firma ein vielbeachtetes optisches System zur automatisierten Waldbrand-Fr\u00fcherkennung entwickelt. Feine, spezielle Technik am Puls der Zeit. So ganz nach Winters Geschmack.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00d6sterreicher hat bereits fr\u00fch sein erstes Unternehmen gegr\u00fcndet. So ging es weiter. Er pendelt zwischen Adlershof und dem heimatlichen Gleisdorf, wo er seit gut 20 Jahren eine Softwarefirma betreibt, die unter anderem Verkehrsmanagementsysteme entwickelt. Er wei\u00df: Ohne motivierte Mitarbeiter, die f\u00fcr ihre Aufgabe brennen, l\u00e4sst sich keine Firma lange am Markt halten. \u201eWesentlich ist, dass jeder Einzelne Verantwortung sp\u00fcrt, das macht, was er gut kann, und Spa\u00df an seiner Aufgabe hat\u201c, umrei\u00dft Winter, worauf es ihm ankommt. \u201eWenn es gelingt, bei sich und anderen die Freude an der Arbeit zu erhalten, dann gelingt alles\u201c, ist sein Credo.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher gibt es bei IQ Wireless auch keine strengen Hierarchien und Weisungen von oben. Die Projektteams stellen sich je nach Auftrag immer wieder neu zusammen. Jedem Teammitglied ist klar, was es zum Gelingen beizutragen hat. Hilfreich dabei ist nat\u00fcrlich eine \u00fcberschaubare Unternehmensgr\u00f6\u00dfe. Die 30-Mitarbeiter-Mannschaft von IQ Wireless ist f\u00fcr Winter ideal: \u201eDa kann man noch ordentlich miteinander reden.\u201c Und genau das tat der \u00d6sterreicher als erstes, als er nach Adlershof kam: \u00dcber zwei Monate hinweg nahm er sich die Zeit, mit jedem Mitarbeiter mindestens eine Stunde zu sprechen: \u201eDas hat mir, und ich denke auch den Mitarbeitern, gutgetan. So entsteht eine gute Vertrauensbasis\u201c, wei\u00df Winter. Diese wird auch gepflegt: Wie es seit Jahren bei dem Hightechunternehmen Sitte ist, trifft man sich hier immer donnerstags nach Dienstschluss in der Kaffeek\u00fcche. Dort kann jeder zwanglos dar\u00fcber sprechen, was ihm auf den N\u00e4geln brennt. Winter liebt nicht nur Hightech, sondern auch den Plausch. Ein guter Unternehmer darf kein menschenscheuer sein. Das klingt bei ihm im Gespr\u00e4ch immer wieder durch wie auch seine Devise: Gestalten statt Verwalten. Wovon die Firma am meisten profitieren wird, ist wahrscheinlich Winters starker innerer Antrieb: \u201eIch bin f\u00fcr mein Leben gern Unternehmer\u201c, betont er.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Viacheslav Artyushenko, Gr\u00fcnder und Chef der art photonics GmbH, kann sich kaum einen besseren Job als seinen vorstellen: Seit 1998 entwickelt und fertigt das 30-k\u00f6pfige Team Lichtwellenleiter f\u00fcr die Forschung, Industrie und Medizin. Zu den Kunden z\u00e4hlen auch die Europ\u00e4ische Weltraumorganisation (ESA), die Bayer AG, BASF SE und der Laserhersteller Coherent, Inc. Physiker Artyushenko gilt als Pionier der polykristallinen mittleren Infrarot-Fiberoptik von 1980, begann in Moskau eine Wissenschaftlerkarriere, sah das sowjetische System zerbr\u00f6seln, war gleich 1990 Mitgr\u00fcnder eines russisch- amerikanisch-deutschen Joint Venture und startete acht Jahre sp\u00e4ter mit seiner eigenen Firma in Adlershof durch. \u201eIch wollte, dass meine Ideen etwas bewegen, aus ihnen Produkte werden. Etwa in der Medizin, um Krebs zu bek\u00e4mpfen\u201c, sagt der 65-J\u00e4hrige. \u201eDas treibt mich bis heute an.\u201c Das gilt auch f\u00fcr seine Mitarbeiter. Herausfordernde, sinnstiftende Aufgaben seien es, die sie motivierten. Das ist der Kern. Hinzukommen kleine Teams, eine famili\u00e4re Arbeitsatmosph\u00e4re, flexible Arbeitszeiten und gemeinsame Events, wie Grillfeste, Ausfl\u00fcge und nat\u00fcrlich Geburtstage, die gefeiert werden. \u201eDie Arbeit soll Freude bereiten und mit der Familie vereinbar sein\u201c, betont der Chef. Wichtig sei auch der st\u00e4ndige Austausch untereinander \u2013 nur so gedeihen neue Ideen und bleibt die gute Atmosph\u00e4re in der Firma erhalten. \u00dcberdies locken konkrete Aufstiegsm\u00f6glichkeiten und Boni. Aber, das betont Artyushenko immer wieder: Geld ist nicht alles.<\/p>\n\n\n\n<p>Das deckt sich mit Antworten der Adlershofer Jahresumfrage 2018. Gefragt nach der \u201eMotivation unternehmerischen Handelns\u201c sind die Top 3: Erfolg und Ansehen, soziale Motive wie Arbeitspl\u00e4tze schaffen und f\u00fcr gesellschaftlichen Fortschritt sorgen, sowie Ideen verwirklichen und Zukunft gestalten. Man sieht: F\u00fcr unternehmerische Verwalter ist Adlershof der falsche Ort.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Von Chris L\u00f6wer f\u00fcr&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.adlershof.de\/adlershof-journal\/aktuelle-ausgabe\/\">Adlershof Journal<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Campus Adlershof z\u00e4hlt zu den erfolgreichsten Technologieparks des Landes. 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